Stand der Validierung von edudemia

Die sich wandelnden Anforderungen der Gesellschaft und die technologischen Entwicklungen fordern die Professionalität von Hochschuldozierenden immer wieder heraus. Infolgedessen führen Regierungen, öffentliche Institutionen und internationale Organisationen Bildungspolitiken ein, die sowohl die professionelle Entwicklung von Hochschuldozierenden als auch die Definition von Kompetenzrahmen mehr oder weniger rigoros auf der Grundlage empirischer Forschung und Evidenz fördern. Konstruktionen z. B. des „Bürgers des 21. Jahrhunderts“ suggerieren universelle Werte und mit ihnen universelle Kompetenzrahmen. Tatsächlich sind solche Werte und Rahmen kulturell und historisch gebunden und enthalten ein gewisses Maß an Normativität. Daher müssen Kompetenzrahmen empirisch validiert werden, um sicherzustellen, dass sie auf Konsens beruhen. Literaturrecherche, Analysen institutioneller Praktiken und Kontexte allein genügen nicht den Validierungsanforderungen, auch wenn das Ergebnis, ein neuer Kompetenzrahmen, induktiv konstruiert wurde. Unser Kompetenzrahmen wird wie folgt validiert:

  • Methode ::
    • Zweistufige, grossangelegte DELPHI-Studie*
      • Die Teilnehmenden müssen 5 Kompetenzbereiche und 37 Kompetenzen bewerten. Dazu müssen sie je vier Fragen beantworten: Sind sie für die Hochschullehre relevant? Werden sie in der täglichen Routine der Hochschullehre benötigt? Werden sie für die Entwicklung und Qualität der Hochschullehre immer wichtiger? Sind sie verständlich formuliert?
        Die Teilnehmenden werden auch gebeten, jede der 37 Kompetenzen den Kompetenzbereichen zuzuordnen, um eine inhaltliche Validierung zu erreichen.
      • Nach der Evaluation des so gewonnenen ersten Datensatzes werden Kompetenzbereiche und Kompetenzen revidiert und eine zweite Umfrage zur Validierung der Indikatoren lanciert.
  • Stichprobe:
    • Hochschuldozierende an Schweizer Universitäten und (Fach-)Hochschulen
    • Verschiedene geographische und sprachliche Regionen der Schweiz

Die Untersuchung wird im Herbst 2020 gestartet. Erste Ergebnisse werden Anfang 2021 erwartet und hier veröffentlicht.


* Die DELPHI-Methode wird häufig für diese Art von Forschungsfrage angewendet. Normalerweise umfasst der Validierungsprozess die Rekrutierung von Experten und Phasen der Vernehmlassung. In diesem Fall gelten Hochschullehrpersonen, als Praktiker, die täglich mit pädagogischen und didaktischen Herausforderungen sowie mit gesellschaftlichen Anforderungen konfrontiert werden, als Experten auf diesem Gebiet. Eine hohe Anzahl von Hochschuldozierenden aus verschiedenen Regionen der Schweiz wird konsultiert.


Literatur

siehe auch Forschung und Entwicklung von edudemia

Wissenschaftliche Mitarbeiterin : pädagogische Ingenierie, Forschung und Entwicklung marianne.helfenberger@fernuni.ch

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