Forschung und Entwicklung von edudemia, ein Kompetenzrahmen von professioneller Kompetenz: Methodisches Vorgehen

Digitale Kompetenzen zu identifizieren, zu entwickeln und zu bescheinigen erfordert die Definition eines Kompetenzrahmens. Trotz der empirischen Validierung bleiben Kompetenzrahmen historisch bedingt und müssen dem Lauf der Zeit und den sich verändernden gesellschaftlichen Bedürfnissen angepasst und neu erfunden werden. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass die heutigen Gesellschaften digital qualifizierte Bürger verlangen. Aber auch institutionelle Kontexte prägen Definitionen und Wert von Kompetenz. Daher mussten die digitalen Fertigkeiten von Hochschuldozierenden entsprechend den aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen, pädagogischen Kriterien und institutionellen Rahmenbedingungen neu definiert werden. Forschungsbasiert entwickelten wir einen Rahmen, der auch vom institutionellen Kontext der FernUni Schweiz geprägt ist: ausschliesslich Blended-Learning-Bedingungen, intersektionale Lebensstile der Studierenden, das polyinstitutionelle Engagement des Lehrpersonals und die schweizerische Bildungslandschaft. Diese Kontexte definierten unsere Forschungsmethodik zur Entwicklung eines Rahmens professioneller Kompetenz, der die Reorganisation von Technologie und digitalen Fähigkeiten innerhalb professioneller Handlungsfelder ermöglicht. Das Forschungsprojekt umfasst vier methodische Schritte:

  1. umfangreiche empirische und theoretische Literaturrecherche,
  2. Analyse der institutionellen Praktiken,
  3. Entwicklung eines neuen Kompetenzrahmens,
  4. und dessen empirische Validierung.

Unsere Literaturrecherche hat gezeigt, dass neue Technologien – ebenso wie alte – pädagogisch sinnvoll sein müssen. Daher können digitale Kompetenzen für Hochschuldozierende nicht als Wert für sich selbst betrachtet und von ihrem Lehr- und Lernpotenzial isoliert werden. Auch ist das Profil der Hochschuldozierenden aufgrund ihres hohen Professionalisierungsgrades komplexer als andere. Hochschuldozierende sind in verschiedenen Bereichen tätig, in denen ihre Professionalität eine Rolle spielt. Sie sind nicht nur in Forschung und Lehre, sondern auch im Management, in nicht-institutionellen Berufsgruppen, in der Gemeindearbeit usw. tätig.

Inspiriert durch andere Rahmenbedingungen und institutionelle Praktiken haben wir fünf Bereiche professioneller Kompetenz identifiziert, in denen digitale Kompetenzen identifiziert, entwickelt und bescheinigt werden können:

  1. Lehren und Lernen einschliesslich Evaluation,
  2. Autonomisierung der Studierenden,
  3. Teilnahme an akademischen Gemeinschaften in Forschung und Lehre,
  4. institutionelles Engagement
  5. und professionelles Engagement.

Dieser Rahmen basiert auf einem Professionskonzept, das von persönlichen professionellen Handlungsfeldern ausgeht, die auf Studierende, Gemeinschaften und sich selbst als Berufstätige ausgerichtet sind. Ein solcher Rahmen ermöglicht es den Hochschuldozierenden, sich selbst zu positionieren, und den Institutionen, auf der Grundlage eines Konzepts institutioneller Taxonomie der digitalen Praktiken pädagogische Begleitung, Fortbildungsangebote und umfassende Kompetenznachweise zu entwickeln.


Literatur

siehe auch Stand der Validierung von edudemia

Wissenschaftliche Mitarbeiterin : pädagogische Ingenierie, Forschung und Entwicklung marianne.helfenberger@fernuni.ch

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